Advent in der Schule: Kleine Rituale, die euch durchatmen lassen

von | Dez. 8, 2025 | Adventszeit, Lehrergesundheit, Stress

Der Dezember in der Schule ist selten still.
Vollgestopfte Tage, müde Gesichter, To-do-Listen mit Eigenleben – die werden eher länger als kürzer.
Zwischen Klassenarbeiten, Elterngesprächen und Weihnachtsfeiern bleibt oft kaum Zeit zum Atmen.

Und trotzdem spürst du diesen Wunsch:
Es soll schön sein. Für deine Klasse. Und für dich.

Aber: Advent muss nicht perfekt sein.
Und schon gar nicht kompliziert.

Hier findest du kleine Rituale, die du direkt umsetzen kannst –
ohne Vorbereitung, ohne Materialschlacht, ohne Stress.
Einfach Momente, die echte Verbindung schaffen.
Für deine Schüler*innen. Und für dich.

1. Eine Geschichte vorlesen – 3 Minuten Magie

Manchmal reicht eine kurze Geschichte, um ein ganzes Nervensystem zu beruhigen.
Setz dich hin zünde eine LED Kerze an und lies deiner Klasse eine kleine Geschichte vor – z. B. über Licht, Freundschaft oder Winterruhe.
Du wirst sehen: Die Klasse sinkt kollektiv einmal ausatmend zusammen.
Schüler*innen lieben solche Mikro-Rituale. Und du atmest gleich mit.

💡 Ich schreibe gerade einen separaten Blogbeitrag mit meinen liebsten Geschichten 

2. „Specki, der Weihnachtsdrache“ – Advent mit Humor

Für Mats ist der Dezember dieses Jahr ziemlich ungewöhnlich:
Er bekommt keinen klassischen Adventskalender, sondern einen mit Sprüchen. 🙈
Er bekommt auch ein goldenes Ei geschenkt. Und aus diesem Ei schlüpft: ein kleiner Drache.

Mats nennt ihn Spekulatius, Spitzname Specki.
Was dann passiert, verändert alles:
Specki überrascht Mats und seine Schwester Matilda jeden Tag aufs Neue.
24 Kapitel – voller Weihnachten, Chaos, Spaß und Abenteuer.
Ein bezauberndes Adventsbuch mit farbigen Illustrationen, perfekt zum Vor- oder Selbstlesen.

📘 Empfehlung: Ideal für die 1. bis 4. Klasse (ich lese es auch in der 5 & 6. Klasse) – besonders, wenn du Weihnachten mit einem Augenzwinkern, viel Gefühl und einem kleinen Drachen ins Klassenzimmer bringen möchtest.
Die Kapitel dauern ca. 10 Minuten – und sind ein tägliches Highlight, auf das sich alle freuen.

3. Was war dein Lichtblick der Woche?

Eine Frage, ein Kreis, fünf Minuten.
„Was war das Schönste, das dir diese Woche passiert ist?“
Keine Pflicht. Nur Raum.
Und plötzlich entsteht eine Wärme im Zimmer, die du nicht planen kannst.
💡 Pro-Tipp: Gib selbst etwas Kleines rein. Deine Schüler*innen spüren, wenn du echt bist.

4. Mini-Reflexion: „Was nehme ich mir für diese Woche vor?“

Ein Satz. Ein Gedanke. Ein innerer Fokus.
– „Was möchte ich diese Woche ein bisschen mehr?“
– „Was möchte ich diese Woche ein bisschen weniger?“
Sanft. Wertschätzend. Ohne Druck.
Ideal am Montagmorgen – oder als Wochenabschluss.

5. BodyScan für 60 Sekunden

Kein Esoterik-Level – einfach nur fühlen.
„Schließt kurz die Augen. Wie fühlen sich eure Füße an? Eure Schultern? Euer Bauch?“
Der Raum wird still. Der Körper kommt an.
Und du auch.

6. Plätzchen-Atmung 🍪

Ein Bild, das jede*r liebt:
„Stellt euch vor, ihr habt ein warmes Plätzchen auf der Hand liegen:  Ihr riecht einen warmen Plätzchenduft… ihr atmet tief ein… und pustet die heiße Luft langsam weg.“
Schon lachen die ersten – und alle atmen endlich richtig aus.
Ein liebevoller Nervensystem-Reset durch Vorstellungskraft und Humor.

7. Achtsam von Klassenzimmer zu Klassenzimmer gehen

Zwischen zwei Stunden liegen 30 Sekunden, die echte Wunder wirken können:
👣 „Wie fühlen sich meine Füße im Schuh an?“
👣 „Wie ist der Boden unter mir?“
👣 „Kann ich heute einmal langsamer gehen?“
Ein Mini-Reset zwischen zwei Welten.
Du kommst anders an – und öffnest die nächste Stunde mit mehr Ruhe.

8. Der Gong als Reset-Taste

Wenn du einen Gong oder ein Klangsignal nutzt, mach daraus ein Ritual:
Einmal tief einatmen.
Einmal lange ausatmen.
Der Gong sagt nicht „Achtung!“ – er sagt: „Wir atmen gemeinsam.“
Das verändert den ganzen Raum.

9. Bevor du das nächste Zimmer betrittst…

Nur fünf Sekunden:
✔ Schultern sinken lassen
✔ Tief ein- und ausatmen
✔ Ein kleines Lächeln – nur für dich
Das ist keine Perfektion.
Das ist Selbstführung.
Und sie wirkt – ohne dass du ein Wort sagen musst.

Fazit: Weniger ist mehr – gerade im Dezember

Du brauchst keine große Adventsaktion.
Keine Deko-Explosion.
Keine 24 Bastelideen.

Du brauchst kleine Momente, die wirklich landen.
Bei deinen Schüler*innen. Und bei dir.

Und manchmal beginnt dieser Zauber mit einem Atemzug.
Ein bisschen Wärme.
Und der Erlaubnis, dass dein Advent nicht perfekt sein muss –
nur menschlich.

Extra-Download: Adventsideen zum Mitnehmen

💬 Welche dieser Ideen möchtest du ausprobieren?
📌 Speichere dir den Beitrag – oder schick ihn an eine Kollegin, die auch gerade einen ruhigen Moment braucht.

🤍 Du möchtest deinen Advent ganz bewusst gestalten – mit kleinen, liebevollen Impulsen für deine Klasse?
Dann lade dir hier zwei kostenlose Worksheets herunter, die du direkt im Klassenzimmer nutzen kannst:

Kostenloser Download: Advents-Impulse für deine Klasse

  1. „Füll die Weihnachtsstrümpfe“
    Die Schüler*innen notieren kleine Gesten der Freundlichkeit – was sie bereits getan haben oder noch tun möchten.
    Fördert Achtsamkeit, soziale Wärme und Selbstwirksamkeit.
    🎯 Ideal für: 3.–6. Klasse

  2. „Die Freude am Schenken“
    Eine Reflexionsseite zum Thema „Schenken ohne Geld“ – mit liebevollen Beispielen und Platz zum Zeichnen und Schreiben.
    🎯 Ideal für: 3.–7. Klasse

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Tanja Winbauer

Tanja Winbauer

Studienrätin, staatlich geprüfte Schulpsychologin, Coach

Meine Leidenschaft ist es, die mentale Gesundheit von Lehrkräften zu stärken und ihnen dabei zu helfen, ein gesundes und erfülltes Leben zu führen. Mein Fokus liegt auf Selbstfürsorge im Lehreralltag, und ich biete verschiedene Coaching-Angebote und Kurse an, wie z.B. den ‚Lehrerleben 2.0‘ Kurs. Als Mama von zwei kleinen Jungs kenne ich die Herausforderungen, Familie und Beruf zu vereinen, und teile meine Erfahrungen und mein Wissen, um anderen Lehrerinnen dabei zu helfen, ihre eigene Balance zu finden..

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